Menu Close

Freitag, den 15. Januar | 19 Uhr – Klavierkonzert № 3 d-Moll op. 30 von Sergey Rachmaninoff

Erwarten Sie am Freitag, den 15. Januar 2021 die nächste Ausgabe von der Reihe

/Online Klassische Konzerte/
– ein gemeinsames Projekt der Sofioter Philharmonie und des BKI in Berlin.

SOFIOTER PHILHARMONIE
Klavierkonzert № 3 d-Moll op. 30 von Sergey Rachmaninoff

Dirigent
NAYDEN TODOROV
Solist
ALEXANDER ULLMANN
(Klavier)

Die Sofioter Philharmonie ist eine der bedeutendsten Kultureinrichtungen in Bulgarien. Ihr Repertoire umfasst Werke aus der ganzen Musikwelt – von der Klassik bis zu zeitgenössischen Werken, einschließlich Erstaufführungen von Werken bulgarischer Komponisten. Die Philharmonie genießt hohes Ansehen und Anerkennung weltweit und ist erfolgreich zu Gast auf den größten Musikbühnen in Europa, Asien und Amerika.
Die Philharmonie hat Aufnahmen mit Radio Paris, Berliner Rundfunk, Radio Moskau, Radio München, dem Bulgarischen Nationalen Rundfunk und dem Bulgarischen Nationalen Fernsehen. Die Sofioter Philharmonie hat zahlreiche nationale und internationale prestigeträchtige Preise. Seit 2017 ist die Philharmonie unter der künstlerischen Leitung des Dirigenten, Maestro Nayden Todorov.
—> https://www.facebook.com/sofiaphilharmonic/

*Nayden Todorov studiert bei Prof. Alexander Vladigerov in Bulgarien, Prof. Karl Österreicher in Wien und Prof. Mendi Rodan an der Rubin Akademie in Jerusalem. Nayden Todorov war Gastdirigent in Deutschland (in allen größten Sälen, inkl. Philharmonie Berlin, Herkules Saal München, Laeiszhalle Hamburg, Liederhalle Stuttgart, Alte Oper Frankfurt, Meistersingerhalle Nürnberg u.v.m.) und in unzähligen Städten Europas, sowie in Asien, Afrika und den amerikanischen Kontinenten. Im März 2013 wurde Nayden Todorov in Bulgarien zum Musiker des Jahres ernannt. Derzeit ist er Künstlerischer Leiter der Sofioter Philharmonie.
—>https://www.facebook.com/naydentodorov/

Sergey Vasilievich Rachmaninoff, (geboren am 20. März [1. April, New Style], 1873, Oneg, in der Nähe von Semyonovo, Russland – gestorben am 28. März 1943, Beverly Hills, Kalifornien, USA ), Komponist, der die letzte große Figur der Tradition der russischen Romantik und ein führender Klaviervirtuose seiner Zeit war. Er ist besonders bekannt für seine Klavierkonzerte und das Stück für Klavier und Orchester mit dem Titel Rhapsody on a Theme of Paganini (1934)

Er synthetisierte in seiner Arbeit die Prinzipien von St. Petersburg und Moskau komponierten Schulen, (sowie die Traditionen der westeuropäischen Musik) und schuf seinen eigenen ursprünglichen Stil, wer später sowohl die Russen beeinflusste, und die Weltmusik des 20. Jahrhunderts.

Klavierkonzert № 3 d-Moll op. 30 (1909)

Werkeinführung:

Das 3. Klavierkonzert op. 30 in d-Moll komponierte Sergey Rachmaninoff im Jahr 1909 auf seinem Landgut Iwanowka, in Zentralrussland.

Form:

In seiner Dreisätzigkeit orientiert es sich an der Form, die für ein Solokonzert in der Romantik üblich war.

Auf Grund seines wehmütigen Charakters, seiner Einfachheit und seines vermeintlich besonders russischen Klangs hielten viele das Thema für die Bearbeitung eines russischen Volksliedes oder Kirchenliedes. Dem widersprach der Komponist entschieden, indem er über sein Thema sagte „Es hat sich einfach von selbst komponiert.“

»Elefantenkonzert« – »unspielbar« – »das Konzert mit den meisten Noten pro Sekunde« … An Superlativen mangelt es nicht, wenn von Sergey Rachmaninoffs 3. Klavierkonzert die Rede ist. Da präsentiert sich ein russischer Pianist, der als Virtuose höchsten Grades gilt, im Jahr 1909 erstmals dem New Yorker Publikum – und sein großes, eigens für die Amerika-Tournee komponiertes Solokonzert beginnt mit einem ganz schlichten Thema. Einem Kinderlied, einstimmig gespielt! Natürlich war das kein Versehen, sondern ein geschickter Kunstgriff. Dahinter steckte die Überlegung, dass pianistische Brillanz und Erfindungsreichtum noch mehr Effekt machen, wenn sie von einfachstem Material ihren Ausgang nehmen.

Tatsächlich reichen sich Klarheit und Opulenz in Rachmaninows Opus 30 die Hand. Mit dem Eingangsthema à la russe legte der Komponist ein Bekenntnis zu seiner Heimat ab, um sich anschließend in die Tradition des westlich geprägten romantischen Virtuosenkonzerts zu stellen. Und wie bei den besten seiner Vorgänger ist auch bei Rachmaninoff Virtuosität kein Selbstzweck, sondern musikalische Notwendigkeit. Dort, wo man sich im ersten Satz am weitesten vom verträumten Beginn entfernt wähnt, im Furor der Klavierkadenz nämlich, haucht unverhofft die Flöte das Hauptthema zu flirrenden Arpeggien des Solisten.

Auch im elegischen zweiten und marschartigen dritten Satz bilden die pianistischen Kraftorgien und verzweifelten Ausbrüche nur die eine Seite des emotionalen Spektrums. Auf der anderen steht das Leise-in-sich-Hineinhören, ein Sammeln und Zurücknehmen, das für Rachmaninoff ebenso charakteristisch ist wie das von ihm zelebrierte Bühnenspektakel. Dabei gelingen ihm immer wieder hinreißende Momente, etwa wenn im walzerartigen Mittelteil des Adagio Klarinette und Fagott die Führung übernehmen und das Soloinstrument, ergänzt von Streicherpizzikati, in die begleitende Rolle wechselt. Selbst das horrend schwierige Finale verknüpft vordergründige Artistik mit einer klaren Kompositionsstrategie, indem es Motive aus allen drei Sätzen zu einer gewaltigen Schlussapotheose vereint.

Nicht von ungefähr wurde das Dritte Klavierkonzert von Rachmaninoff selbst mit dem Beinamen „Konzert für Elefanten“ versehen. Es stellt sehr hohe technische Anforderungen an den Pianisten. Laut Berechnungen ist es von allen großen Klavierkonzerten das mit den meisten Noten pro Sekunde im Klavierpart. Kein Wunder, dass Josef Hoffman – dem Rachmaninoff sein Konzert gewidmet hatte – sein Lebtag das Konzert nicht angerührt hat. Er meinte, das Stück wäre zu schwer für ihn. Bei der Uraufführung dieses Klavierkonzertes am 28. November 1909 in New York spielte Sergey Rachmaninoff den Solopart selber.

Geschichte:

Uraufgeführt wurde das Konzert am 28. November 1909 in New York vom New York Symphony Orchestra unter der Leitung von Walter Damrosch. Der Komponist, der das Konzert während der Atlantiküberfahrt auf einer stummen Klaviatur geübt hatte, spielte den Solopart. Schon am 16. Januar 1910 gab es eine Wiederaufführung in der Carnegie Hall – mit Gustav Mahler am Pult. Die erste Aufführung in Russland fand am 4. April 1910 in Moskau statt. Das Konzert gehört heute zum Standardrepertoire der meisten großen Pianisten, wurde aber in den ersten Jahrzehnten nach seiner Komposition – vermutlich aufgrund seiner technischen Schwierigkeiten – nur von einem Dutzend Pianisten gespielt. Laut Berechnungen ist es von allen großen Klavierkonzerten das mit den meisten Noten pro Sekunde im Klavierpart. Józef Hofmann, der Pianist, dem Rachmaninoff sein Konzert widmete, führte es mit der Begründung, das sei „nicht für ihn“, nie auf.

Der britische Pianist Alexander Ullman wurde für seine subtilen Interpretationen und seine raffinierte technische Meisterschaft gelobt und beeindruckte Publikum und Kritiker weltweit mit seinem tiefen Verständnis der von ihm interpretierten Partituren, seiner eleganten Note und seiner kristallinen Phrasierung.

Zu den jüngsten Höhepunkten zählen Auftritte mit dem NCPA-Orchester in Peking (Liszt-Klavierkonzert Nr. 2 unter Markus Stenz) und Orquestra Simfònica de Barcelona (Tschaikowsky-Klavierkonzert Nr. 1 unter Josep Vicent) sowie seine Debüts beim Klavierfestival Luzern Kammermusikfestival Ruhr und Montreal. Er gab auch sein Debüt mit dem Moskauer Staatlichen Sinfonieorchester und gab Konzerte in Deutschland (München, Bayreuth, Weimar und Berlin), Österreich (Liszt Festival Raiding), Ungarn (Liszt Academy Budapest), den Niederlanden, Polen, Italien, Georgien, Mexiko , Korea (Seoul Arts Centre) und seine Heimat Großbritannien.

Im Frühjahr 2019 erhielt sein erstes Album auf Rubicon mit Tschaikowskys Nussknacker Suite, Prokofjews Sechs Stücken aus Aschenputtel sowie Strawinskys Petrushka- und Feuervogel Suiten begeisterte Kritiken.

Alexander wurde 2011 erstmals international bekannt, nachdem er den Internationalen Klavierwettbewerb Franz Liszt in Budapest gewonnen hatte. Von 2014 bis 2017 war er durch den Young Classical Artists Trust (YCAT) vertreten. 1991 in London geboren, studierte er an der Purcell School, am Curtis Institute und am Royal College of Music und schloss 2017 sein Künstlerdiplom als „Benjamin Britten Piano Fellow“ ab (verliehen von der Philip Loubser Foundation). Zu seinen Lehrern gehörten William Fong, Leon Fleisher, Ignat Solschenizyn, Robert McDonald, Dmitri Alexeev, Ian Jones und Elisso Virsaladze.